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Fleisch willig, Geist schwach!?


| 27. April 2015
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Wenn wir sagen, der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach, so ist das nicht ganz die Wahrheit. Die Welt ist verschlackter Geist, so hat Hans-Peter Dürr einmal bemerkt, sie ist also erst einmal geistig, bevor sie materiell ist. Wenn wir also davon ausgehen, dass der Ursprung aller Form der Geist ist, so kann es nicht sein, dass das Fleisch schwach ist, wenn der Geist es doch geformt hat. Eher meinen wir etwas anderes.

Es ist nicht meine rechte Hand, die selbständig zur Zigarette greift, es ist nicht der Popo, der sich eigenmächtig an die Couch klammert, um nicht Joggen gehen zu müssen. Es ist ein Teil des Geistes, der dafür zuständig ist. Nicht der Teil, der weiß, dass Rauchen schlecht, Sport gut und Abwechslung bereichernd und notwendig ist. Sondern der Teil, der in den alten Mustern verhaftet ist. Die Muster sind es, mit denen wir kämpfen. Einmal einstudiert und eingebrannt, lassen sie sich nur unter Anstrengung auflösen. Es sind Neuronenverbindungen, verfestigt über Jahre, Jahrzehnte, die hier gelöst werden müssen und Verbindungen, vor langer Zeit stillgelegt oder niemals aktiviert, müssen wieder aktiviert werden. Das erfordert ebenfalls Geist. Und da liegt der Hund begraben. So don’t blame it on the Fleisch. Das Fleisch ist nur die Idee des Geistes.

Der Geist ist… ja, was ist der Geist. Keiner weiß das und vermutlich wird das auch niemals jemand wissen. Also wissen in unserem traditionellen Sinne. Wie soll sich denn der Spiegel selbst angucken und die Wahrheit sehen? Und was ist dann überhaupt Wahrheit? Ach… der Geist schweift ab, lenkt ab, von der Ausgangsposition. Will, dass ich weiterhin das Fleisch in die Verantwortung ziehe. But what is known can’t be unknown. In dem Moment, in dem ich wirklich erkannt habe, was da passiert, kann ich nicht mehr so tun als wäre es nicht so. Man kann sich nur bis zu einem gewissen Punkt selbst belügen. Ist die Erkenntnis wirklich durchgesickert, kann das nur unter größten Schmerzen und Krankheiten weiter durchziehen. Also der Selbstbetrug wird immer eine Diskrepanz schaffen, und zwischen innerer Wahrheit und angestrebtem Selbst- und Weltbild wird der Mensch zermahlen. Wenn wir also wissen, dass der Geist hier anschafft, dann ist klar, wo die Verantwortung liegt, oder etwa nicht? Fragt sich nur, wer denn dann dem Geist anschafft. Aber ich schweife schon wieder ab…

 



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